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Thema: Korrektur mit Linse nicht zu 100 %

Eine Frage aus der Kategorie Tauschsysteme

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Moderatoren : Stephan, Orchidee, racko, SehFee

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Frage von Erdhoernchen
9. Jul 2018, 07:40

Ich trage seit vielen Jahren Kontaktlinsen und bin eigentlich auch sehr zufrieden damit. Seit einiger Zeit bemerke ich jedoch, dass mein Anpasser mir die Werte nach seinem Gutdünken scheinbar immer mehr herabsetzt, da nach seiner Meinung 70 % ausreichen, um Auto fahren zu dürfen. Allerdings bemerke ich bei mir, dass das im Alltag recht anstrengend ist, da man sehr schnell ermüdet. Ich frage mich, warum soll ich mich mit 70 % zufrieden geben, wenn ich mühelos mit Linsen 100 % und mehr erreichen kann. Ich gehe regelmäßig zu den Kontrolluntersuchungen und beziehe meine Linsen auch vom Anpasser. Ich trage weiche für mich in der Schweiz speziell hergestellte Multifocallinsen, die ich sehr gut vertrage.

Ich bin mir sicher, dass die Werte nicht richtig sind, da ich mit den Vorgängerlinsen, die nur aufgrund des Endes der Haltbarkeit ausgetauscht wurden, deutlich besser sehe als mit den nun angepassten Linsen. Wenn ich Auto fahre hatte ich das Gefühl, dass ich auf einem Auge recht schlecht sehe und habe das dann auch durch Schließen des besseren Auges überprüft. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich die Schilder sehr schlecht bzw. spät lesen kann. Mit dem anderen Auge kann ich das deutlich besser und früher. Danach habe ich dann das mal mit meiner Brille überprüft, die auch nicht den allerletzten Stand der Werte hat. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich inzwischen mit Brille beim Autofahren deutlich besser sehe. Die Diskussion, dass die Werte nicht ausreichen, führe ich nun seit einigen Monaten mit meinem Anpasser. Er sagt mir immer, dass ich mir keine Sorgen machen muss und es so ausreicht. Ich glaube jedoch, dass mir ausreicht zu wenig ist, da ich immer mehr bemerke, dass ich abends nach einem Linsentag sehr müde bin.

Zwischendrin war ich mit meiner Freundin, die eine neue Brille wollte, einmal bei einer Kette und einem anderen Optiker gewesen. Aus Spaß habe da dann auch mal meine Brillenwerte feststellen lassen, weil ich irgendwie Zweifel an den Werten meines Anpassers hatte und eine neutrale Meinung wollte. Dort stellte man fest, dass auf dem einem Auge der Wert nicht mehr richtig passt. Der Wert war bei beiden Optikern zwar nicht gleich (Abweichung von -0,25), jedoch kamen beide zu dem Ergebnis, dass die Brille angepasst werden müsste. Daraufhin bin ich zu meinem Anpasser gegangen. Auch hier stelle er wieder ganz andere Werte wie die anderen Optiker fest. Die Werte wichen deutlich von den Werten, die die anderen festgestellt haben, ab. Der Unterschied beträgt fast um -1,0 in Richtung schwächer auf beiden Augen. Weil ich allerdings nicht die gleichen Problem mit einer neuen Brille wie mit den Linsen haben möchte, traue ich mich derzeit nicht, eine neue Brille fertigen zu lassen. Da ich mir eigentlich bei meinem Anpasser eine neue Brille mit den richtigen Werten machen lassen wollte, bin ich nun im Zweifel, was ich tun soll.

Sehe ich hier Gespenster oder läuft da bei meinem Anpasser wirklich etwas schief. Ich bin dort schon seit sehr vielen Jahren Kunde und habe manchmal das Gefühl, dass man sich deshalb nicht mehr die nötige Mühe gibt.

LG
Erdhörnchen
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Antwort von racko
9. Jul 2018, 09:10

Hallo Erdhoernchen,

das Ganze könnte auch mit dem Älterwerden zusammenhängen - die Augen machen nicht mehr so mit als in jüngeren Jahren. Ich möchte Dich aber nicht kränken :roll: !

Andererseits hat jeder so Schwankungen in der Tagesform, auch mit den Augen, morgens besser als abends etc.. Gesundheitliche Aspekte kommen noch dazu.

70% sind allerdings schon 'kriminell', 80% können vielleicht noch durchgehen.
Vielleicht solltest Du eine Neuanpassung ins Auge fassen unter Einbeziehung eines digitalen Keratographen, den jeder moderne Anpasser sicher hat. Dein Anpasser scheint es auf die leichte Schulter zu nehmen!

lg, racko

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Antwort von Stephan
9. Jul 2018, 22:02

Hallo Erdhörnchen,

das Alter ist meines Erachtens auch nicht Erklärung für alles. Dass es besser geht, weißt du ja von der Brille. Da würde ich, ehrlich gesagt, auf jahrelange Kundschaft pfeifen und zu einem anderen Anpasser wechseln. Und wenn's nur testweise ist. Bekommst du stärkere Linsen und siehst besser, dann bleibst du. Siehst du nicht besser, kannst du immer noch zu deinem bisherigen Anpasser zurück. Vielleicht macht der ja auch mal Betriebsferien und du könntest das als "Ausrede" nehmen?

Viele Grüße, Stephan

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Antwort von Orchidee
10. Jul 2018, 07:32

Hallo Erdhoernchen,

ich glaube auch nicht, dass es mit dem Alter zusammenhängt, da Du ja mit der Brille bzw. mit den "alten" Linsen besser siehst. Tagesabhängige Schwankungen sind ja normal, aber was Du erzählst, dürften es echte Differenzen sein.
Erdhoernchen hat geschrieben:Ich bin dort schon seit sehr vielen Jahren Kunde und habe manchmal das Gefühl, dass man sich deshalb nicht mehr die nötige Mühe gibt.
Das Bauchgefühl hat immer recht - wenn Du Dich nicht mehr verstanden und "umsorgt" fühlst, würde ich an Deiner Stelle über einen Wechsel nachdenken und mir bei einem neuen Anpasser suchen. Du bist ja schließlich ein treuer, zahlender Kunde und da kann man auch einen zufriedenstellenden Service erwarten.

LG orchidee

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Antwort von Erdhoernchen
10. Jul 2018, 08:58

Danke für die Antworten. Im Prinzip bestätigt Ihr mir, was ich bzw. mein Bauch mir auch sagen. Bisher dachte ich immer, dass eine Korrektur so gut wie möglich sein sollte. Wenn dann nur bis zu 70 % oder 80 % durch irgendwelche Umstände des Körpers möglich ist, ist es nicht toll, jedoch nicht zu ändern. Wenn man jedoch sagt, das reicht aus, verstehe ich das ehrlich gesagt nicht. Wieso soll ich auf Komfort verzichten, wenn es besser geht. Natürlich spielt das Alter eine Rolle. Allerdings dürfte man es nicht so deutlich nach einem turnusmäßigem Linsenwechsel merken, oder? Bisher kannte ich diese Probleme überhaupt nicht. Mich hat stutzig gemacht, dass meine vorhandene Brille, nach Meinung der Optiker, wo meine Freundin sich eine Brille machen lassen wollte und ich einfach so aus Interesse auch meine Brille habe prüfen lassen, auf einem Auge von der Stärke her nicht mehr ausreicht und stärker werden muss. Dort habe ich bei beiden mit Brille 120 % ohne Probleme erreichen können und aus der Zeile 150 % auch noch zwei Zahlen lesen können. Somit kann es nach meiner Meinung eigentlich nicht das Alter sein. Mein derzeitiger Anpasser will bei der Brille jedoch auch die Stärken herabsetzen, weil ich als treuer Kunde natürlich dort aufgelaufen bin, um mir eine neue Brille anpassen zu lassen. Somit dürfte ich da dann auch wohl Probleme bekommen, wenn ich das mitmache.

Bisher war es bei mir immer so, dass ich mit den Linsen deutlich besser gesehen habe als mit der Brille. Nun hat es sich nach eigenem Gefühl umgekehrt, was ich nicht wirklich glauben kann. Bei Dunkelheit oder Regen ist mit Linsen das Autofahren sehr anstrengend, was ich früher nie kannte. Abends bin ich oft sehr müde und möchte nur noch die Linsen von den Augen nehmen, obwohl sich das Material nicht verändert hat. Für mich spricht das alles auch sehr klar für zu schwache Linsen zumal diese Phänomen erst nach dem turnusmäßigen Linsenwechsel aufgetreten ist. Vielmehr vermute ich, dass der Anpasser hier einfach einen für sich einfacheren Weg geht und es für ihn einfacher ist, wenn er die Ferne schlechter korrigiert, um die Nähe optimal korrigieren zu können. Ich hatte ihn jedoch schon immer gesagt, dass mir die Ferne wichtiger ist, da ich täglich einige Kilometer zur Arbeit mit dem Auto fahren muss. Wenn es dann mit dem Lesen von kleiner Schrift oder bei schlechtem Licht nicht so klappt, setze ich halt bei Bedarf eine Lesebrille auf. Bisher ging es auch ohne Lesebrille mit Multifocallinsen sehr zufriedenstellen.

Es mag an der persönlichen Form liegen. Jedoch denke ich, dass hier die Differenz bei nicht mehr als 0,25 Dipt. liegen sollte. Wenn es mal ganz schlecht läuft auch 0,5 Dipt. Das merkt man aber auch selber, wenn man so einen miesen Tag hat. Da würde ich mir nie neue Linsen oder eine Brille anpassen lassen.

Leider ist es recht schwer, einen guten neuen Anpasser zu finden, da hier, wie wohl überall, die Ketten sehr dominant sind. Daher habe ich auch ein wenig Angst vom Regen in die Traufe zu kommen. Wie es scheint, führt daran jedoch wohl kein Weg vorbei.

LG
Erdhörnchen
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Antwort von klabauter
10. Jul 2018, 09:29

Man kann die Korrektur mit Multifocallinsen nicht mit der Brille vergleichen.
Zunächst einmal kommt es auf den Typ der Multifocallinse an. Wenn ich deine Beschreibung richtig interpretiere hast du ein Linsensystem bei dem auf Führungsauge und Nichtführungsauge verschiedene Linsengeometrien verwendet werden. Das würde das unterschiedliche Sehen Rechts und links erklären. Mit der einen Linse siehst du besser in der Ferne, mit der anderen besser in der Nähe.
Kann es sein, dass auch die Addition der Linse erhöht wurde bzw. die Lnsen für die Nähe optimiert wurden?
Das könnte erklären, warum du in der Ferne etwas schlechter siehst als vorher.
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Antwort von klabauter
10. Jul 2018, 09:31

Wann und wie fanden die Brillenmessungen statt? Wie lange waren vorher die Linsen herausgenommen?
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Antwort von Erdhoernchen
10. Jul 2018, 10:53

klabauter hat geschrieben:Man kann die Korrektur mit Multifocallinsen nicht mit der Brille vergleichen.
Zunächst einmal kommt es auf den Typ der Multifocallinse an. Wenn ich deine Beschreibung richtig interpretiere hast du ein Linsensystem bei dem auf Führungsauge und Nichtführungsauge verschiedene Linsengeometrien verwendet werden. Das würde das unterschiedliche Sehen Rechts und links erklären. Mit der einen Linse siehst du besser in der Ferne, mit der anderen besser in der Nähe.
Kann es sein, dass auch die Addition der Linse erhöht wurde bzw. die Lnsen für die Nähe optimiert wurden?
Das könnte erklären, warum du in der Ferne etwas schlechter siehst als vorher.
Ich habe eine speziell für mich angepasste 6 Monatslinse, um die einzelnen Bereiche Nähe und Ferne genau auf meine Bedürfnisse abzustimmen, weil der Normbereich bei Linsen von der Stange in der Ferne bei mir zu klein ist und ich dann bei Dunkelheit in diesen Bereich komme und in der Ferne sehr schlecht sehe. Bei mir klappt das System mit dem Führungsauge nicht. Daher habe ich keine dominante Linse. Eigentlich sollte an der Linse nichts verändert werden, da ich mit den alten Linsen gut klar gekommen bin. Die Werte werden immer bei Neubestellung neu festgestellt. Besteht die Möglichkeit, dass ohne mein Wissen das System verändert wurde, wenn man so diese Probleme bekommt?

Die Brillenmessung fand ca. 1 Woche nach der Linsenmessung statt. Die Linsen habe ich vorher 2 Tage nicht getragen. Ein Computer erstellte einen Ca-Wert und der 'Feinschiff' wurde mit einer Brille mit Gläser vorstecken ermittelt.

LG
Erdhörnchen
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Antwort von klabauter
10. Jul 2018, 11:29

Erdhoernchen hat geschrieben: Ich habe eine speziell für mich angepasste 6 Monatslinse, um die einzelnen Bereiche Nähe und Ferne genau auf meine Bedürfnisse abzustimmen, weil der Normbereich bei Linsen von der Stange in der Ferne bei mir zu klein ist und ich dann bei Dunkelheit in diesen Bereich komme und in der Ferne sehr schlecht sehe. Bei mir klappt das System mit dem Führungsauge nicht. Daher habe ich keine dominante Linse. Eigentlich sollte an der Linse nichts verändert werden, da ich mit den alten Linsen gut klar gekommen bin. Die Werte werden immer bei Neubestellung neu festgestellt. Besteht die Möglichkeit, dass ohne mein Wissen das System verändert wurde, wenn man so diese Probleme bekommt?
Das kann dir nur dein Anpasser sagen.
Erdhoernchen hat geschrieben:Die Brillenmessung fand ca. 1 Woche nach der Linsenmessung statt. Die Linsen habe ich vorher 2 Tage nicht getragen. Ein Computer erstellte einen Ca-Wert und der 'Feinschiff' wurde mit einer Brille mit Gläser vorstecken ermittelt.
Hört sich korrekt an
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Antwort von Erdhoernchen
10. Jul 2018, 12:36

Danke Klabauter, dann werde ich wohl noch einmal das Gespräch mit dem Anpasser suchen.

LG
Erdhörnchen

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