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Acuvue Vita kaum verträglich, warum?

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Re: Acuvue Vita kaum verträglich, warum?

Beitragvon fraumitbrille » 17. Feb 2017, 09:45

chriss hat geschrieben:Systembedingt können perfekt angepasste harte Linsen einen Schaden an der Hornhaut verursachen,
während falsch angepasste weiche Linsen teilweise jahrelang oder länger keinen Schaden verursachen können.


Ich muss sagen, bei dieser Aussage sträuben sich mir die Nackenhaare! Ich versuche mal, die Bestandteile deiner Aussage zu sortieren:

Perfekt angepasste harte Linsen können (sogar wenn man sie nicht jahrelang trägt?) einen Schaden an der Hornhaut verursachen, dagegen können sogar falsch angepasste weiche Linsen jahrelang oder länger (jahrzehntelang?) keinen Schaden verursachen.

Ich kann mir kaum vorstellen, dass du tatsächlich sagen willst, nur harte Linsen könnten einen Schaden verursachen oder harte Linsen würden eher einen Schaden verursachen, während bei den weichen - selbst wenn sie falsch angepasst sind - jahre- und jahrzehntelang keine Gefahr besteht.
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Re: Acuvue Vita kaum verträglich, warum?

Beitragvon chriss » 20. Feb 2017, 21:36

Es ist wie folgt gemeint und erklärt anhand eines Beispiels:

Patient A, männlich, mittleres Alter, keine Medikamente, keine Hormone, leichtes trockenes Auge, leichte chronische Lidrandentzündung.

Er geht zu einem Augenarzt und lässt sich harte Linsen anpassen.
Dieser erstellt ein Hornhauttopogramm und ermittelt mit dem Anpassprogramm "Easy Fit" eine moderne Linse mit höchster Sauerstoffdurchlässigkeit.
Zahlreiche Nachtkontrollen mit Fluoresceingabe, die die objektive Verträglichkeit beweisen.
Trotzdem klagt der Patient subjektiv jahrelang über mehr oder weniger starke "Befindlichkeitsstörungen". Brennen, Kratzen, Trockenheit (trotz Tränenersatzmittel) usw.
Eines Tages wird ganz plötzlich ein Hornhautdefekt (Epithelwunde) diagnostiziert, welche unbehandelt zu einer peripheren Hornhautnarbe geführt hätte.

Ein paar Jahre später geht schließlich Patient A, der einen durchschnittlichen Hornhautkrümmungsradius hat, zu einem wenig erfahrenen Optiker in ein Ladengeschäft und lässt sich weiche Tageslinsen ("Dailies") in Standardkrümmung anpassen.
Von nun an trägt er nur noch weiche Linsen (z.B. "ProClear"), da er mit diesen subjektiv besser zurecht kommt. Augenärztliche Kontrollen bestätigen erneut die objektive Verträglichkeit.
Jedoch fragt der Arzt: "Woher haben Sie die denn her"?
Der Patient antwortet: "Aus dem Internet".
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Re: Acuvue Vita kaum verträglich, warum?

Beitragvon Stephan » 20. Feb 2017, 23:10

Nein, ich schreib' jetzt nix! Bild
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Fotodokumentation

Beitragvon chriss » 21. Feb 2017, 21:58

Hier für das interessierte Publikum ein Vergleich der Dehydrierung der Acuvue Vita mit 8.8 mm Krümmung bei 41% H2O (immer rechts im Bild) im Vergleich zu einer Hydrogel 1-Tageslinse mit 8.7 mm Krümmung bei 69% H2O.
Die Bleistiftmarkierungen entsprechen dem gleichen Durchmesser von 14.0 mm unmittelbar nach dem Absetzen.

Wie erwartet schrumpft die wasserhaltigere Linse (immer links im Bild) in gleicher Zeit (wenige Minuten) deutlich stärker. Sie "versteilt" sich dadurch massiv.
Die Versteilung ist "gleichmäßig".

Die Vita behält weitestgehend ihren Durchmesser, jedoch ist eine sehr starke Abflachung im Randbereich sichtbar, somit ein diametrales Verhalten zum Verhalten zuvor.
Was jedoch aus meiner Sicht sehr unschön ist, ist die Tatsache, dass diese Linse in ihrem gesamten Bereich völlig aus der Form gerät und Falten wirft.
Dieses Verhalten ist auch unmittelbar nach dem Absetzen aus dem Auge erkennbar.
In Anbetracht des deutlich höheren Modulus der Vita (im Vergleich zur erwähnten Tageslinse) kann es bei Trägern somit zu erheblichen Schwierigkeiten im Tagesverlauf (wie bei mir) kommen.

http://up.picr.de/28392256wy.jpg
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Re: Acuvue Vita kaum verträglich, warum?

Beitragvon Stephan » 22. Feb 2017, 00:44

Hallo Chriss,

das ist in der Tat interessant. Wenn man jetzt eher trockene Augen hat, nehmen die Linsen die Tränenflüssigkeit auf um ihre Form zu wahren und die Augen werden darüber noch trockener?

Ich hatte mal einen kurzen weichen Linsenversuch, bei dem ich nach einem mehrstündigen Aufenthalt in Räumen mit sehr trockener Luft ein extremes Fremdkörpergefühl durch diese weichen Linsen bekam. Nach Verlassen des Raumes und einem kurzen Spaziergang an der frischen Luft waren die Symptome aber in Minutenschnelle vorbei und alles wieder normal. Dieses Fremdkörpergefühl war für mich ebenso unangenehm wie das Staubkorn unter der formstabilen Linse. Nur hätte ich die im Zweifelsfall schneller draußen...

Dürfen solcherart (an-)getrocknete Linsen eigentlich mit Kochsalzlösung wieder reanimiert werden? Oder sind die sofort ein Fall für die Tonne?

Viele Grüße, Stephan
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Re: Acuvue Vita kaum verträglich, warum?

Beitragvon chriss » 22. Feb 2017, 22:39

Auch die Linsen trocknen im Auge etwas mit aus und verändern (wie in den Bildern gezeigt) ihre Form.
Eine fehlende Tränenfilmschicht oder ein falsch zusammengesetzter wirkt sich meist negativ auf das Trageverhalten aus.

Weiche herausgenommene Linsen überstehen ohne Lösung keinen Transport von z.B. der Arbeit nach Hause.
Fallen sie jedoch aus dem Auge auf das T-Shirt und müssen erst länger gefunden werden, ist das alles kein Problem der Reanimation.
Auf einen dreckigen Boden heruntergefallene (Straße) sollten entsorgt werden.
Es gibt aber auch Leute, die sich im Zug morgens die Tageslinsen mit den dreckigen Händen einsetzen. Igitt.
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Fotodokumentation im Vergleich mit Produkt eines Mitbewerber

Beitragvon chriss » 16. Mär 2017, 21:39

Wen es interessiert (in Ergänzung zu meinem Post vom 21.02.2017):
Hier ein Foto einer dehydrierten Linse aus dem Silikon-Hydrogel Material Comfilcon A.
Wie man sieht, ändert sich die Form an sich kaum, es sind keine Falten oder Hügel wie bei der Vita zu sehen.
Da beide Linsentypen ähnlich viel Wasser enthielten, hat der Durchmesser nach der Dehydrierung in beiden Fällen kaum abgenommen.
Auch in der Mittendicke ist Comfilcon A nur 0,01 mm dicker.
Somit sind die beiden Materialen an sich recht gut vergleichbar, unterscheiden sich aber sehr deutlich im Verhalten bei Dehydrierung.

http://up.picr.de/28611404kt.jpg
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Re: Acuvue Vita kaum verträglich, warum?

Beitragvon Angie360 » 8. Jun 2017, 16:04

Ich trage jetzt seit 6 Wochen die Acuvue Vita und bin super zufrieden.

Vorher hatte ich die Biofinity, ich habe damit aber nicht mehr scharf gesehen (mit Tageslinsen der gleichen Stärke aber schon). Außerdem waren mir die Biofinity zu dünn und zu "labberig". Öfters haben sie sich umgestülpt, ohne dass ich es sofort bemerkte. Durch die 123-Markierung der Acuvue Vita lässt sich sofort erkennen, ob sie umgestülpt sind.

Für mich hat die Acuvue Vita nur Vorteile:

- sehr scharfe Sicht
- nicht so wabbelig beim Handling
- trotzdem kein Fremdkörpergefühl, auch nach 16 Stunden nicht
- 123-Markierung
- auch mit Radius 8,8 erhältlich

LG

PS: habe nach vier Wochen, bevor ich sie entsorgt habe, die Linsen auch mal an der Luft trocknen lassen. Sie haben ihre Form nicht verändert und auch keine Dellen bekommen.
Angie360
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Re: Acuvue Vita kaum verträglich, warum?

Beitragvon chriss » 8. Jun 2017, 21:42

Danke für die Info.
Vermutlich trägst du nun die Vita in Krümmung 8.8mm? Diese wirkt dann (weil sie flacher als die Biofinity ist) von den Dioptrien her 'automatisch' stärker.
Die Biofinity ist in der Mittendicke dicker als die Vita, enthält jedoch mehr Wasser, dies empfindest du dann als "labberig".
Eine Biofinity ist umgestülpt keinesfalls tragbar, zudem die Handhabung (auch ohne Markierung) einfacher als die Vita.
Die Biofinity bewegt sich zudem auf dem Auge stärker hin und her, die Vita mit dem spitzen Rand eher weniger.
Weniger Bewegung bedeutet meist weniger Fremdkörpergefühl - sofern man sie verträgt.
chriss
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