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Thema: Kontaktlinsen -> Fehlsicht verstecken oder ...

Eine Frage aus der Kategorie Infos und Produktneuheiten

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Moderatoren : Stephan, Orchidee, racko, SehFee

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Frage von fraumitbrille
sehr aktiver User | 18. Nov 2013, 14:44

Stephan hat geschrieben:mir selbst fallen Brillengläser mit hohen Dioptrienwerten immer ziemlich auf (egal, ob plus oder minus). Und so richtig gut sieht das nie aus. Zum Glück gibt es heute Kunststoffe, die extrem dünn sind (hohe Brechwerte), so dass das weniger auffällt als früher.
Hallo Stephan, deine Meinung ist vermutlich die von mindestens 99% der Mitglieder dieses Forums; trotzdem möchte ich dem meine eigene, eher exotische Meinung entgegensetzen. Richtig gut aussehen - was ist das eigentlich? Einem Schönheitsideal zu entsprechen, was für eine junge Frau bedeuten würde, wie ein Model auszusehen? Das sind dann solche Einheitsgesichter, die von Prospagnosie Betroffene wie ich gar nicht auseinanderzuhalten wissen.

Oder kann gut aussehen auch sein, seinem eigenen Typus zu entsprechen, man selbst zu sein, auch wenn nicht alle Einzelheiten am Körper perfekt sind? Diese Meinung, dass dicke Brillengläser nicht gut aussehen können, finde ich auch immer wieder unter den Optikern im entsprechenden Forum - ich finde diese Einstellung ein bisschen traurig, gerade bei den Fachleuten.

Ich kann es nur auf mich selbst beziehen, die Meisten sehen es sicherlich wie Stephan. Ich war nie richtig schön, auch nicht als junges Mädchen ohne Brille. Auch jetzt, mit Brille, bin ich natürlich nicht schön, aber ich bin hundertprozentig ich selbst und dadurch fühle ich mich stark. Der Eindruck der Distanz, den meine Augen hinter den Gläsern beim Gegenüber erwecken, ist irgendwie ein Teil meiner Persönlichkeit, ich finde ihn absolut okay. Ich habe Brillen mit dickeren und und welche mit dünneren Gläsern, aber extrem dünn sind alle nicht - ich sehe aber darin kein Problem. Warum sollen sie nicht auffallen? Unauffällige Menschen gibt es wie Sand am Meer - ich mag mich ohne Brille nicht im Spiegel sehen, denn ich finde mich einfach nur langweilig. Und wenn einer von der Seite die Dicke der Gläser sieht - mich stört es nicht und wenn es ihn stört, soll er eben woandershin schauen!

Die meisten von euch tragen ihre Linsen sicherlich aus kosmetischen Gründen, weil sie ihr Aussehen mit Brille hassen. Auch das finde ich o.k. - jeder sollte es so machen können, dass er selber damit glücklich ist.

Für meinen Geschmack jedenfalls können auch stärkere Brillengläser verdammt gut aussehen!

LG
Marion
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Antwort von Stephan
sehr aktiver User | 18. Nov 2013, 22:57

Liebe Marion,

du hast natürlich völlig Recht: Wenn du wirklich du selbst bist und entsprechend selbstbewusst auch die dicksten Glasbausteine trägst, ist das nicht peinlich oder hässlich. Aber so selbstbewusst sind viele halt nicht. Und dann wirkt es auch nicht so gut.
Dicke Gläser hatte ich nur einmal, als extrem große Gläser in Mode waren und ich mit Kunststoff"gläsern" anfing. Die hatten da wohl noch nicht so einen guten Brechungsindex wie jetzt und waren am Rand locker über 1 cm dick. Das war definitiv hässlich! Und das schon bei -3,5 dpt. Stell' dir da mal -7 oder -10 dpt vor! Wenn die Augen dahinter bis zur Unkenntlichkeit verkleinert sind! Oder bei entsprechenden Pluswerten, wenn man riesige Glubschaugen hinter der Brille hat...
Nein, da bleibe ich bei meiner Meinung: Am natürlichsten (und für mich am Schönsten) ist es ohne sichtbare Sehhilfen.

Um aber jetzt ästhetische Gründe nicht über zu bewerten: Bei mir überwiegen die praktischen Gründe des größeren Gesichtsfeldes und des höheren Visusses neben den vielen anderen praktischen Dingen die hier schon genannt sind.

Ich finde mich mit meiner Brille nicht hässlich, aber ich finde sie lästig!

Viele Grüße, Stephan

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Antwort von Orchidee
sehr aktiver User | 19. Nov 2013, 16:15

fraumitbrille hat geschrieben:Ich kann es nur auf mich selbst beziehen, die Meisten sehen es sicherlich wie Stephan. Ich war nie richtig schön, auch nicht als junges Mädchen ohne Brille. Auch jetzt, mit Brille, bin ich natürlich nicht schön, aber ich bin hundertprozentig ich selbst und dadurch fühle ich mich stark. Der Eindruck der Distanz, den meine Augen hinter den Gläsern beim Gegenüber erwecken, ist irgendwie ein Teil meiner Persönlichkeit, ich finde ihn absolut okay. Ich habe Brillen mit dickeren und und welche mit dünneren Gläsern, aber extrem dünn sind alle nicht - ich sehe aber darin kein Problem. Warum sollen sie nicht auffallen? Unauffällige Menschen gibt es wie Sand am Meer - ich mag mich ohne Brille nicht im Spiegel sehen, denn ich finde mich einfach nur langweilig. Und wenn einer von der Seite die Dicke der Gläser sieht - mich stört es nicht und wenn es ihn stört, soll er eben woandershin schauen!
Liebe Marion,

danke für dieses Plädoyer für die Brille - ich weß nicht wie Du mit oder ohne Brille ausschaust - aber ich bin überzeugt davon, daß Du von innen her schön bist ! :D Und solche Menschen sind mir tausendmal lieber, als die, die nur eine schöne Fassade vorzuweisen haben !

lg, orchidee

PS: Ich habe für mich immer das Gefühl, mit Brille bin ich eben nicht 100%ig ich selbst, zu mir gehört das "brillenlos-sein" zu mir wie meine langen Haare. Habe übrigens eine Freundin, die ihre halbherzigen Kontaktlinsenversuche aufgegeben hat - weil die Brille - ihrer Meinung nach - einfach zu ihr gehört.

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Antwort von racko
sehr aktiver User | 19. Nov 2013, 19:28

fraumitbrille hat geschrieben:dass dicke Brillengläser nicht gut aussehen können
- aber auch verdammt gut!
Dicke Gläser sind oft ein Dilemma für die Betroffenen, das aber mit raffinierter Brillentechnik und starkem Selbstbewußtsein weit gehend verdrängt werden kann - und zugegebener Maßen besonders mit Kontaktlinsen. Die aber leider auch nicht jede/r verträgt. :(

Ich war in meiner Pupertät sogar stolz auf meine damals -8 Dioptrien und zudem waren große Brillen in Mode ... :? Später hatte ich, besonders bei hochsommerlichen Temperaturen, große Probleme mit der dauernd rutschenden Brille. Spezielle verlängerte Bügel (für 'Schwimmer') hinter den Ohren, waren auch optisch nicht der Renner.
Irgendwann, Jahre später, die Brille war wieder 'normal', zeigte sich immer wieder, hinter den Ohren eine Kontaktallergie durch den Druck und dem Zug der Brille nach vorne oder unten, trotz nicht flacher Nase.
Diese Kontaktallergie ist nie ganz verschwunden und bin deshalb sehr froh über die gewonene Freiheit durch Kontaktlinsen, mit ihren vielen anderen Vorzügen.

Es fällt einem nach langer KL-Zeit schon ein wenig schwer, in der Öffentlichkeit sich manchmal (aber selten) wieder mit starker Brille zu zeigen - wie es sogar umgedreht am Anfang war - sich plötzlich ohne Brille zu bewegen, unter erstaunten Blicken!

lg, racko

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Antwort von Heiko_do7
sehr aktiver User | 19. Nov 2013, 20:58

racko hat geschrieben: Es fällt einem nach langer KL-Zeit schon ein wenig schwer, in der Öffentlichkeit sich manchmal (aber selten) wieder mit starker Brille zu zeigen - wie es sogar umgedreht am Anfang war - sich plötzlich ohne Brille zu bewegen, unter erstaunten Blicken!
lg, racko
Tja, so geht es mir auch. Als ich im Jahr 2010 mal für ein paar Monate Brille tragen musste (ich vertrug plötzlich die weichen Jahreslinsen nicht mehr – Bindehautentzündung) war mir das auch extrem unangenehm. Zumal im Sommer nicht immer die Sonnenbrille griffbereit war. Da habe ich mich zu den Kontaktlinsen zurückgesehnt und es mit den Formstabilen Linsen probiert – und bin bis heute sehr zufrieden damit.

Meine „Brillengeschichte“ müsste so im Jahr 1980 begonnen haben (das genaue Jahr weiß ich nicht mehr), mit einem Brief der Schule an meine Eltern: Ich hätte Schwierigkeiten mit dem Lesen der Inhalte von einem Overheadprojektor.
Danach ging es zum Augenarzt und zum Optiker welcher mir meine erste Brille anpasste: eine runde Sportbrille, sah ein bisschen aus wie die Brille von John Lennon.
Sie drückte furchtbar, besonders durch die umgreifenden Bügel an den Ohren, es dauerte eine Ewigkeit bis ich die Brille nicht mehr spürte. Ab sofort musste ich also Brille tragen – ich nahm es gelassen hin.
Beim Sport allerdings behinderte sie mich, besonders bei Ballsportarten hatte ich ständig Angst um die Brille, so das das nicht meine Lieblingssportarten wurden (zumindest aus aktiver Sicht).
1984 gab es eine neue Brille: ein riesiges Monster was zigmal nachgestellt werden musste weil es immer rutschte und – an den Ohren drückte. Die Glasstärke betrug am Rand 0,5cm – gutes deutsches Glas, nix Kunststoff! 1985 habe ich dann eine Sportart gefunden, die ich auch mit Brille ausüben konnte und die ich (nicht mehr sooo regelmäßig) auch heute noch ausübe: Kraftsport/Gewichtheben. Hier flogen nur ein paar Hanteln gen Boden, keine Bälle die meine Brille treffen konnten. Im Schulsport habe ich immer ohne Brille an den Ballsportarten teilgenommen, was eher subptimal war: Nun konnte zwar keine Brille mehr beschädigt werden, aber dafür erkannte ich meine Mitspieler schlecht (Gegner/Nichtgegner).

1990 in der Ausbildung kam ein neues Gestell, wieder riesengroß, goldfarben, nochmals dickere Glasstärke. Nach nicht mal zwei Jahren wurde diese ersetzt durch eine kleine Schwarze Brille – die war wunderbar leicht!

Nach einer weiteren Ersetzung des Brillengestells (ging sehr zügig damals) hatte ich im März 1995 auf dem Fernsehsessel eine Idee: Wie wäre es mit Kontaktlinsen? Ich könnte dann beliebige Sonnenbrillen tragen und könnte auf die Brille verzichten. Gesagt getan, beim Optiker wurden mir erstmal ein paar Testlinsen eingesetzt (Formstabile Linsen kamen damals für mich in Frage, aufgrund meiner Hornhautverkrümmung, die torischen weichen waren damals glaub ich noch nicht so weit und exorbitant teuer) daraufhin wurde mir erstmal ein wenig schwindelig, aber das legt sich, so das ich einen einstündigen Spaziergang durch die Stadt starten konnte, danach wollte der Anpasser sich meine Augen noch mal Anschauen und mir dann die richtigen Linsen anpassen.

So ist es auch gewesen, zwei Wochen später holte ich meine Linsen ab und – eine Ray-Ban Wayfarer Sonnenbrille.
Die ersten Tage waren die Hölle, als hätte ich Scherben in den Augen. Hinzu kam, das der Anpasser mir nicht erklärt hatte, wie ich die Linsen zu behandeln hatte, so sorgten Überreste des Intensivreinigers auf den Linsen für Ungemach. Erst ein Bekannter vom Sportverein der Optiker war wies mich daraufhin, das ich die Linsen mit Wasser abspülen kann – sofort verbesserte sich mein Tragekomfort!

Jetzt hatte ich nur den Staub und vielleicht doch nicht so optimal angepasste Linsen, im Herbst 1997 ging ich zum Optiker und lies mir eine Brille anpassen, von Linsen hatte ich erst einmal die Nase voll. Sie passten einfach nicht besonders gut, zwickten und ständig den Staub unter den Linsen – ich hatte genug! Die Brille (eine Sonnenbrille habe ich mir auch anpassen lassen) war eine extrem kleine Brille mit hochauflösenden Gläsern, welche die wahre Stärke gut verborgen haben. Ich habe sie bis Dezember 2008 getragen!

Sie war einfach mein täglicher Begleiter, aber irgendwann googelte ich mal nach torischen Kontaktlinsen und fand ein Kontaktlinseninstitut hier in Dortmund welches mich bis heute perfekt betreut. Ich wollte einfach wieder eine stinknormale Sonnenbrille tragen – und nicht mehr so aussehen wie Puk die Stubenfliege wenn ich die Sonnenbrille mit Optischen Gläsern trug – ich wollte meine Ray-Ban Aviator wieder tragen!
Dies gab wirklich den Hauptausschlag weshalb ich wieder zu KL gewechselt bin.

Mittlerweile habe ich ca. 30 Sonnenbrillen, allein im Auto liegen 5 Stück.

Die Sonnenbrille als Motiv, Kontaktlinsen zu tragen?
Das klingt erst mal ein wenig seltsam, aber ich habe nunmal empfindliche Augen und kann die Helligkeit eines Sonnentages so ohne weiteres nicht gut vertragen, daher bietet mir eine Sonnenbrille den entsprechenden Schutz – und mittels KL kann ich jede beliebige Sonnenbrille tragen.

Die ersten Tage mit den weichen torischen Linsen waren auch geprägt vom eintragen, aber auch von einem ganz neuen Sehgefühl. Plötzlich keinen störenden Brillerand mehr zu sehen, 100% gut zu sehen unter (fast) allen Bedingungen – ich wollte nicht anderes mehr. Allerdings: besonders komfortabel fand ich die weichen Linsen nicht, besonders nach ein paar Stunden Tragezeit merkte ich die Linsen spürbar, auch waren sie empfindlicher gegen Umweltbedingungen wie Zugluft und schlechter Luft.

Dann kam die Bindehautentzündung, wie am Anfang meines Textes beschrieben.

Als ich dann ende 2010 meine Brille (mit mittlerweile 13 Jahre alten Gläsern) wieder weglegen und Kontaktlinsen tragen konnte war ich enorm erleichtert und konnte anfangs mein Glück nicht so richtig fassen: Wo mich die weichen Linsen gepiesakt haben konnte ich die Formstabilen Stundenlang tragen, ziemlich schnelle kam ich auf (Extrem-) Tragezeiten von 20 Stunden!
Das ist allerdings nicht die Regel, normal sind 16-18 Stunden bei mir wenn ich Früh zur Arbeit muss, ansonsten kommen 10-12 Stunden täglich zusammen.

Täglich!

Denn: die bei weichen Linsen obligatorische Tragepause entfällt!
Die Dinger werden mit zunehmender Tragezeit immer komfortabler, da kann man sich kaum noch vorstellen, das sie beim ersten mal sich im Auge angefühlt haben wie Scherben!

Brille trage ich heute nur noch zuhause, morgens, abends kurz vorm Zubettgehen oder morgens nach dem aufstehen – ich sehe einfach besser mit den Linsen und kann mir ein Leben ohne die kleinen Dinger nicht mehr vorstellen!
Auch wenn mal gelegentlich ein wenig Staub/Schweiß/Pollen für Verdruss sorgt.

Die Linsen geben mir ein Stück Freiheit und Unabhängigkeit von der manche Brillenträger gar nicht wissen, das es sie überhaupt gibt.

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Antwort von Orchidee
sehr aktiver User | 20. Nov 2013, 08:52

Heiko_do7 hat geschrieben: Mittlerweile habe ich ca. 30 Sonnenbrillen, allein im Auto liegen 5 Stück.
:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
Heiko_do7 hat geschrieben: Die Sonnenbrille als Motiv, Kontaktlinsen zu tragen?
Das klingt erst mal ein wenig seltsam, aber ich habe nunmal empfindliche Augen und kann die Helligkeit eines Sonnentages so ohne weiteres nicht gut vertragen, daher bietet mir eine Sonnenbrille den entsprechenden Schutz – und mittels KL kann ich jede beliebige Sonnenbrille tragen.
Ich bin auch immer die erste, die Sonnenbrillen aufsetzt - dafür seh ich im Dunkeln mehr als die anderen :D

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Antwort von Heiko_do7
sehr aktiver User | 20. Nov 2013, 11:07

Orchidee hat geschrieben: Ich bin auch immer die erste, die Sonnenbrillen aufsetzt - dafür seh ich im Dunkeln mehr als die anderen :D
Ist vor allem beim Autofahren sehr praktisch, Sonnenbrille einfach absetzten wenn es mal dunkler wird, einfach wieder aufsetzen wenn es wieder heller wird. Hab das mal versucht als ich noch Brille getragen habe.. wäre beinahe im Graben gelandet...

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Antwort von racko
sehr aktiver User | 20. Nov 2013, 15:08

In den 70er Jahren trug ich noch 'Fotogray'-Gläser die sich automatisch verdunkelten, je nach Helligkeit. - Sonnenbrille passe'.
Später, in den 80igern kam ich davon wieder ab, warum weiß ich nicht mehr. Hatte dann überhaupt keine 'Verdunkelungsbrille' mehr.
Jetzt mit KL nur noch für extreme Helligkeit bei Bedarf oder tiefstehende Sonne im Auto.
Nicht mal Sonnenbrille mag ich noch tragen, wenn's nicht unbedingt sein muß.

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Antwort von fraumitbrille
sehr aktiver User | 22. Nov 2013, 20:17

Orchidee hat geschrieben:Ich habe für mich immer das Gefühl, mit Brille bin ich eben nicht 100%ig ich selbst, zu mir gehört das "brillenlos-sein" zu mir wie meine langen Haare. Habe übrigens eine Freundin, die ihre halbherzigen Kontaktlinsenversuche aufgegeben hat - weil die Brille - ihrer Meinung nach - einfach zu ihr gehört.
Orchidee, damit bringst du es wunderbar auf den Punkt. Es kommt ganz stark darauf an, welches Bild man selbst von sich hat!
racko hat geschrieben:Es fällt einem nach langer KL-Zeit schon ein wenig schwer, in der Öffentlichkeit sich manchmal (aber selten) wieder mit starker Brille zu zeigen
Ich habe mich ja in meiner Jugend nicht getraut, öffentlich Brille zu tragen, habe dann mit 17 Linsen bekommen und von dem Tag an war mir meine Kurzsichtigkeit nicht mehr peinlich, denn jetzt war ich nicht die Brillenschlange, sondern gehörte mit so etwas Fortschrittlichem wie Kontaktlinsen praktisch zur Avantgarde, jedenfalls empfand ich das so und war stolz auf meine Linsen. Aber obwohl ich meine Fehlsichtigkeit nicht mehr als peinlich empfand, wäre ich, genau wie Racko es beschreibt, nie auf die Idee gekommen, mich irgendjemandem mit Brille zu zeigen. Als dann nach ein paar Jahren Linsenexzess plötzlich gar nichts mehr mit Linsen ging, hatte ich keine andere Wahl mehr, und die Tatsache, dass ich absolut keine Erinnerung an mein erstes Auftreten mit Brille und die Reaktion meiner Umwelt darauf habe, legt den Schluss nahe, dass es so schlimm nicht gewesen sein kann. Heute schiebe ich es darauf, dass ich mich auch damals schon in meinem Innersten als Brillenträgerin sehen wollte.

Ich habe trotzdem Jahrzehnte lang ängstlich auf möglichst dünne Gläser und unauffällige (heute würde ich sagen: langweilige) Fassungen geachtet, und ich wäre damals im Erdboden versunken, wenn Kindergartenfreunde meine Töchter gefragt hätten, warum ihre Mutter so eine dicke Brille hat. Den allerletzten Schritt, mein Gesicht der Brille zu überlassen, habe ich erst vor drei Jahren vollzogen.
Stephan hat geschrieben: Die hatten da wohl noch nicht so einen guten Brechungsindex wie jetzt und waren am Rand locker über 1 cm dick. Das war definitiv hässlich!
Eine Brille mit so dicken Gläsern hab ich auch, und ich muss gestehen, die setze ich sehr wohldosiert ein, wenn die Kleidung zu keiner anderen Brille passt. Allerdings hat noch keiner irgendwie blöd geguckt oder mich darauf angesprochen, und von vorne sieht man die Dicke eh nicht. Ich persönlich finde sie nicht hässlich, aber schon grenzwertig.
Heiko_do7 hat geschrieben: Mittlerweile habe ich ca. 30 Sonnenbrillen, allein im Auto liegen 5 Stück.
Auch eine Art Brillentick - ich bin echt beeindruckt!!!

A propos Wechsel Brille-Sonnenbrille: Ich bin vor Jahren mal bei jemandem im Auto mitgefahren, der hatte über -9 Dioptrien, wie er uns Mitfahrern am Tag vorher im Gespräch erzählt hatte - und dann bittet dieser Mensch den Beifahrer, ihm doch mal seine Sonnenbrille aus dem Handschuhfach zu geben, und wechselt in voller Fahrt die Brille - mir wäre fast das Herz stehen geblieben! Gesagt habe ich nichts, ich kannte ihn kaum, aber ich war froh, die Fahrt überlebt zu haben!

Sorry für den langen Text, aber bei so vielen interessanten Beiträgen ging es leider nicht kürzer!
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Antwort von Stephan
sehr aktiver User | 22. Nov 2013, 21:13

fraumitbrille hat geschrieben:Sorry für den langen Text,...
Nein, im Gegenteil: Vielen Dank! Davon lebt das Forum.

Bild Und zur Unterhaltung erzähle ich etwas, was zwar mit Sonnenbrille, aber sonst überhaupt nix mit dem Thema und dem Forum zu tun hat:

In unserer kleinen Stadt gibt es 2 kleine Tunnel, die durch einen Berg führen. Der eine davon wird gerade renoviert und erhält zur Erhöhung der Verkehrssicherheit unter anderem eine neue Beleuchtung. Man arbeitet zwar noch daran, aber die Beleuchtung brennt schon... Wer jetzt abends im Dunkeln in den Tunnel einfährt, ist erstmal jäh geblendet. :shock: In der Mitte des Tunnels ist das Licht dann so gleißend hell wie an einem schönen Sommertag. Wenn man dann den Tunnel wieder verlässt, steht man plötzlich sowas von im Dunkeln, dass man ein Weilchen braucht, wieder genug zu sehen. Ich für mein Teil habe jetzt für die Tunneldurchfahrt meine Sonnenbrille parat! :mrgreen:

Und damit wieder BTT (back-to-topic)

Viele Grüße, Stephan

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Antwort von jonna
Neuling | 26. Nov 2013, 19:59

Ich bekam mit 7 die erste Brille, weil ich an der Tafel nichts lesen konnte. Dann alles halbe Jahr eine stärkere, und das führte dazu, dass es immer nur Kassengestelle waren, da sich meine Eltern mehr nicht leisten konnten. Immerhin jedes Mal ein neues, und für die damals neuen hochbrechenden Gläser haben sie auch Geld ausgegeben.
Trotzdem waren es bald Glasbausteine, aber es gab dann in Frankfurt 'Quelle Optik', die hatten eine große Auswahl an Kassengestellen. War immer eine Weltreise für meine Mutter mit 3 Kindern in Bus und Bahn ...
Mit 14 hatte ich dann 1 Jahr keine Veränderung und durfte Kontaktlinsen haben, die wurden dann bei mehr als 8 Dioptrien und mehr als 3 Dioptrie Unterschied auch von der Kasse bezahlt - ich bin schon etwas alter ;-)
Für meine Augen kamen nur harte Linsen in Frage und die Eingewohnung war eine Tortur, aber ich war 14 und wollte in die erste Tanzstunde, und zwar ohne Brille. Da geht so einiges!
Seither trage ich die harten, seit 2 Jahren multifokal - siehe mein anderes Posting.
Ichtrage auch sehr gerne Brille, aber vor allem durch den großen Unterschied sehe ich damit deutlich schlechter, so dass es nie wirklich eine Alternative war, abgesehen von den anderen Nachteilen beim Sport, im Winter, Sonnenbrille ...
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Antwort von fraumitbrille
sehr aktiver User | 27. Nov 2013, 10:37

Hallo Jonna,

deinen Bericht finde ich sehr interessant, vor allem, weil es bei mir im gleichen Alter losging und zu ähnlichen Werten geführt hat. KL habe ich allerdings erst mit 17 bekommen und die mussten wir selbst bezahlen, weil ich die -8 noch nicht ganz erreicht hatte und auch keine Anisometropie vorlag. Die -8 erreicht habe ich dann zu dem Zeitpunkt, als die Kassenleistung gerade abgeschafft worden war. Aber zu dem Zeitpunkt trug ich sowieso schon viel lieber Brille...

Was mich noch speziell interessiert: Du sprichst von einer Anisometropie von drei Dioptrien - wie rechnet bzw. definiert man so etwas denn? Nimmt man da die Differenz zwischen dem schwächeren Hauptschnitt des "besseren" Auges und dem stärkeren Hauptschnitt des "schlechteren" Auges und nicht das sphärische Äquivalent (das ja "nur" zwei Dioptrien ausmachen würde)? Sorry für die dumme Frage, aber ich habe da wirklich keine Ahnung!

LG
fraumitbrille
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Antwort von jonna
Neuling | 29. Nov 2013, 20:03

fraumitbrille hat geschrieben:
Was mich noch speziell interessiert: Du sprichst von einer Anisometropie von drei Dioptrien - wie rechnet bzw. definiert man so etwas denn? Nimmt man da die Differenz zwischen dem schwächeren Hauptschnitt des "besseren" Auges und dem stärkeren Hauptschnitt des "schlechteren" Auges und nicht das sphärische Äquivalent (das ja "nur" zwei Dioptrien ausmachen würde)? Sorry für die dumme Frage, aber ich habe da wirklich keine Ahnung!
Hallo fraumitbrille,

um ehrlich zu sein, habe ich keine Ahnung wovon Du sprichst, die ganzen Fachausdrücke sagen mir gar nichts.
Das eine Auge war wesentlich schlechter als das andere, inzwischen haben sie sich etwas angeglichen.
Und die Kasse hat lange gezahlt, zuletzt noch vor knapp 10 Jahren.

Jonna
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Antwort von fraumitbrille
sehr aktiver User | 29. Nov 2013, 22:46

Hallo Jonna,

sorry, ich wollte dich nicht verwirren! Aber wenn der Unterschied früher größer war, dann klingt es für mich schon plausibel! Vielen Dank für deine Antwort und einen schönen Abend noch!

fraumitbrille
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Antwort von franzi99
Erfahrener User | 14. Sep 2015, 15:40

Ich trage seit 2Jahren weiche Linsen. Ich bin einfach nicht der Typ für eine Brille, zum einen weil mich das Gestell stört und die sicht einschränkt. Hinzu kommt der Platz hinterm Ohr ist schon belegt und dann noch ein Brillenbügel dahinter zuquetschen, ist auch nicht gerade brickelnd. Klar gibt es extra schmale Bügel aber nicht so einfach zufinden. Zu dem Seh ich mit KLs besser als mit Brille. Bald werde ich auf Formstabie Kls umsteigen wegen dem hohen Zylinderwert auf dem rechten Auge, Ich habe 2 verschiedene Brillen, eine wo das rechte Auge voll auskorigiert ist und eine wo das rechte Auge nicht voll auskorrigiert ist. Das liegt daran das ich mit der Brille wo beide Auge volle korrektur haben, die abstände nicht einschätzen kann und alles krum und schief ist wegen der Unterschiedliche dpt, das wäre einfach zugefährlich zum Autofahren.
Die Brillenglas dicke auf dem rechten Auge spielt auch eine Rolle, das stört mich schon auch wenn es ein dünneres Glas ist.
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