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Ortho-K Erfahrungsbericht

Fragen zum Thema Orthokeratologie oder "Nacht-Linsen / DreamLens"?
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Ortho-K Erfahrungsbericht

Beitragvon Matzethias » 19. Okt 2012, 22:19

Hallo alle Kontaktlinsenträger,

heute Mittag habe ich mein erstes Paar Ortho-K-Linsen abgeholt und werde sie heute erstmals über Nacht tragen. Da ich selbst wenig gute Erfahrungsberichte zu diesem Thema gelesen habe, möchte ich hiermit einen Beitrag zur besseren Information leisten.

Meine Ausgangssituation:
Ich bin 21 Jahre alt, trage seit meinem 4. Lebensjahr eine Brille und bin (bzw. war) seit 5 Jahren zusätzlich Weichlinsenträger. Meine aktuellen Werte sind:

Links: SPH -5,5/ ZYL - 4
Rechts: SPH -4,5 /ZYL -3,75 (Achslage ist hier wohl eher uninteressant und kann bei Interesse per PN erfragt werden)

Seit ich 16 war trug ich zunächst überwiegend Biomedics Toric XR- Linsen. Für 2 -3 Jahre habe ich die Linsen fast täglich 14-16 Stunden+ auf den Augen gehabt bis der Tragekomfort deutlich nachließ. Zufällig stieß ich auf die SoftLens Toric von Bausch&Lomb, welche kurzzeitig einen sehr höheren Tragekomfort aufwies, nach spätestens 6-8 Stunden jedoch sehr trocken und unangenehm wurden. Mein Tränenfilm hat sich in den letzten 5 Jahren (zumindest gefühlt) verschlechtert und hat heute eine tendenziell ölige Konsistenz. Vor ca. einem Jahr hatte ich einen Versuch mit herkömmlichen formstabilen Linsen gestartet, welche bei mir zu einer starken Rötung der Hornhaut führten. Auch nach dem 5. Paar Linsen konnte das Problem nicht in den Griff bekommen werden. Meine Anpasserin war ratlos über die Ursache, da die Linse gut auf dem Auge saß und ich konstant eine Sehleistung von mehr als 120 % - 140% erbrachte (mit Brille 100% - 120%).
Seit diesem Versuch bin ich jetzt wieder zur SoftLens zurückgekehrt und trage Linsen nur noch zum Weggehen, beim Joggen, Schwimmen und sonstigem Sport, am Strand oder wenn ich im Sommer unbedingt Sonnenbrille tragen will. Mein recht hoher Astigmatismus ist mit diesen Linsen nur unzureichend ausgeglichen (max. -2,75 bei der Softlens). Weitere Versuche mit Weichlinsen in meiner Stärke brachten kein zufriedenstellendes Ergebnis, da die Stabilisation bei meinen Werten extrem schwierig ist.

Ich treibe 4-6 mal die Woche Sport: Rugby, Schwimmen, Joggen und versuche nach zeitlichen und finanziellen Möglichkeiten so viel Zeit wie möglich beim Wellenreiten zu verbringen. Die letzten Jahr war ich stets mit Kontaktlinsen surfen, was allerdings bei längeren Sessions (3 Stunden+) zu erheblichen Reizungen führt und das Linsentragen für den Rest des Tages unmöglich macht. Neben meinem Studium arbeite ich als Rettungsschwimmer und muss während dieser Zeit Kontaktlinsen tragen.

Angesichts meines Lebensstils habe ich schon viele Stunden mit der Recherche über Möglichkeiten refraktiver Chirurgie verbracht. Eine OP am gesunden Auge kommt jedoch für mich nicht in Frage. So klein die Risiken sein mögen, muss man bedenken, dass bspw. eine Lasik keinen medizinischen Nutzen bringt. Ich möchte nicht am Ende meiner Sehfähigkeit hinterhertrauern, welche ich aus reiner Eitelkeit leichtfertig aufs Spiel gesetzt habe. Angesichts meiner hohen Werte liege ich auch im Grenzbereich herkömmlicher Lasik-Verfahren, womit sowohl die Risiken größer werden und eine Vollkorrektur immer unwahrscheinlicher wird.

Die Ortho-K Linse:

Auch die Ortho-K Linse stößt bei meiner Fehlsichtigkeiten an ihre obersten Grenzen. Nur ein Hersteller weltweit (Falco, Schweiz) produziert Linsen, welche meine Werte (möglicherweise) ausgleichen können. Erfahrungswerte mit einem derart hohen Zylinder in Kombination mit hohen sphärischen Werten sind kaum vorhanden.

Die Voruntersuchung wurde von einem Anpasser vorgenommen, welcher seit 4 Jahren Ortho-K linsen (seiner Information nach nur erfolgreich) anpasst. Diese war sehr umfangreich und er scheint sehr optimistisch zu sein, dass ich ein zufriedenstellendes Ergebnis erreichen werde.

Da ich schon viele Stunden bei Anpassern, in Kontaktlinsenforen und am Telefon mit Herstellern (wie auch Falco) verbracht habe, bin ich noch etwas skeptisch was den Erfolg dieser Linsen betrifft. Gerade die sog. "halos" machen mir Sorgen. Selbst wenn eine Vollkorrektur erreicht werden sollte, rechne ich mit Stärkeren Blendungseffekten, da die Randbereiche meiner modellierten Zone aufgrund der hohen Werte sehr steil abfallen werden. Sollten sich meine Pupillen nun bei Dunkelheit über diesen Bereich hinaus weiten, könnte ja dann Licht durch diese unkorregierten Bereiche dringen. Hierbei wäre ich für Erfahrungen von anderen Ortho-K Nutzern sehr dankbar.

Heute Mittag hatte ich die Linsen beim Anpasser kurz auf den Augen. Wie bei normalen formstabilen Linsen auch, wurde der Tränenfilm unter der Linse angefärbt und mit einer Spaltlampe untersucht und ein Video von den Ergebnissen aufgezeichnet. Diese Videos wurden von allen Detail meines Auges (Tränenfilm, Hornhautbeschafftenheit etc.) schon gemacht und dienen der Vergleichbarkeit mit späteren Untersuchungen. Die Linse saß recht angenehm auf dem Auge und ich konnte mit beiden Augen eine Sehleistung von 120% erreichen. Nachdem ich die Linse 15 Minuten später vom Auge nahm merkte ich schon, dass meine Brille auf dem Linken Auge deutlich zu stark war.


Die kommenden Tage

Wie angesprochen werde ich die Linsen in wenigen Stunden zum ersten Mal zum Tragen über Nacht einsetzen. Morgen früh um 10 Uhr ist mein erster Kontrolltermin, bei dem ich, wenn möglich, mit Linse auf dem Auge erscheinen soll. Die nächste Untersuchung danach steht Montag Vormittag an.

Ich werde alle 1 bis 2 Tage (am Anfang wohl öfter) ein Update machen und über den Verlauf meiner Ortho-K Erfahrung berichten. Für morgen erhoffe ich mir nicht allzuviel, hoffe jedoch innerhalb der nächsten 3 bis 4 Tage eine halbwegs akzeptable Sehleistung erzielen zu können.

Viele Grüße

Matzethias
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Re: Ortho-K Erfahrungsbericht

Beitragvon Matzethias » 21. Okt 2012, 22:44

Erster und zweiter Tag

Die erste Nacht mit Linsen war ungewohnt, aber damit hatte ich gerechnet. Das Ergebnis am nächsten Morgen war kein Meilenstein, aber ich kam mit beiden Augen annähernd auf 50 % Sehleistung (bei wirklich sehr optimaler Ausleuchtung). Das rechte Auge hatte sich sehr spürbar um mehrere Dioptrien verbessert, das Linke Auge nur relativ schwach.

In der zweiten Nacht störte mich die Linse kaum, die Sehleistung auf dem rechten Auge hat sich noch weiter verbessert. Hinzugekommen sind allerdings Doppelbilder und eine leichter Schleier, welchen ich vor allem in dunkleren Räumen als sehr störend empfand. Das Linke Auge hat nach wie vor keine großen Sprünge gemacht. Mit einer Tageslinse von -2 DPT (Sphärisch) kam ich allerdings einigermaßen über den Tag. Für längeres Lesen oder gar Autofahren ist mein Sehen derzeit leider noch zu schlecht.

Morgen früh steht ein weiterer Termin an und ich hoffe, dass sich die kommende Nacht eine weitere Verbesserung (vor allem jetzt auch mal auf dem linken Auge) einstellen wird. Haben sich bei euch die Doppelbilder und Schleier mit der Zeit gelöst oder deutet das darauf hin, dass die Linse nachts verrutscht?

Sämtliche Kommentare, TIps usw. sind sehr erwünscht.

Eine Update zu meinem ersten Unitag als Halbblinder gibts morgen abend.
Matzethias
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Re: Ortho-K Erfahrungsbericht

Beitragvon Fuzzy » 21. Okt 2012, 23:41

Hallo Matthias,

Ich werde deinen Bericht jedenfalls mit Spannung lesen...

Ich kann deine Bedenken bezüglich der Operation an einem gesunden Auge zu 100% nachvollziehen und würde das auch nie machen lassen.

Aber so ein bisschen geistert Ortho-K auch schon länger in meinem Kopf herum (bin aber auch eine recht gut geeignete Kandidatin mit -1,5 und -3,5 Dioptrien und wenig Astigmatismus. Gott sei Dank komm ich jetzt mit regulären formstabilen Linsen ganz gut zurecht.

Ich wünsch dir viel Erfolg und hoffe für dich, dass du akzeptable und vor allem stabile Sehleistungen erreichen kannst!
Liebe Grüße,
Fuzzy
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Re: Ortho-K Erfahrungsbericht

Beitragvon Orchidee » 22. Okt 2012, 06:16

Hallo Matzethias,

bin auch schon gespannt auf die Fortsetzung.... halte Dir die Daumen, dass es mit den Linsen klappt - ich habe den Eindruck, Du hast einen guten Anpasser gefunden.

lg, orchidee
kurzsichtig R -8,25 L -6,25 (Brillenwerte)
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Re: Ortho-K Erfahrungsbericht

Beitragvon Matzethias » 22. Okt 2012, 21:18

Tag 3

Heute gings für meine Ortho-K Linsen zu einer ersten Bewährungsprobe: Semesterferien sind vorbei und der Unialltag ging wieder los. Gutes Sehen ist hier sehr von Vorteil :wink: ! Zum Kontrolltermin heute morgen bin ich mit Linsen auf dem Augen gefahren (was ich laut Anpasser nicht hätte tun sollen, da er meine Augen ein paar Stunden nach Herausnahme der Linse sehen wollte). Hatte die Linsen auch schon eine Stunde vor dem Schlafen gehen eingesetzt und bei der Kontrolle meiner Hornhaut machte sich diese "Extra-Tragezeit" in Form von Stippen bemerkbar, welche allerdings (laut Anpasser) kein Problem darstellen. Ich soll die Linsen nun aber wirklich erst direkt vor dem zu Bett gehen reinmachen und auch direkt nach dem Aufstehen wieder herausnehmen.

Angesichts der jüngsten Verbesserungen fällt mir das auch wesentlich leichter. Doppelbilder und Schleier auf dem rechten Auge, welche nach wie vor nicht zufriedenstellend verschwunden sind, hängen wohl maßgeblich mit dem noch sehr hohen Rest-Zylinder von ca. -3 Dpt. zusammen. Spärisch bin ich nicht mehr weit weg vom gewünschten Wert. Links nun endlich die ersehnte Verbesserung! Nur noch knapp -2 Dpt. Zylinder und Sphärisch kam ich mit - 2 Dpt. Tageslinsen sehr gut über den Tag und selbst jetzt scheint mir das Ergebnis sehr stabil zu sein.

Das linke Auge verändert sich deutlicher langsamer, dafür habe ich den Eindruck, dass die Anpassung hier "sauberer" verläuft: sprich, weniger Doppelbilder, Schleier und weniger Schwankungen über den Tagesverlauf hinweg. Mein Anpasser ist positiv überrascht von der, angesichts meiner Werte, doch sehr raschen Verbesserung meiner Sehleistung. In drei Nächsten ist der nächste Kontrolltermin und ich hoffe bis dahin Stippenfrei und mit einer doch schon akzeptablen Sehleistung bei meinem Anpasser anzutreten. Nach sechs Nächten erhoffe ich mir doch eine Annäherung an das mögliche Optimum.

Vielen Dank für die Kommentare und ich werde euch weiterhin möglichst regelmäßig über Erfolge oder auch Misserfolge auf dem laufenden halten!
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Re: Ortho-K Erfahrungsbericht

Beitragvon Matzethias » 28. Okt 2012, 13:25

Die erste Woche

Nach nun insgesamt 9 Tagen mit Ortho-K Linsen ein weiteres Update.

Am 4. Tag hatte ich tagsüber ein sehr gutes Sehen, musste allerdings auf der linken Seite noch -1,5 Dpt. Linsen tragen, um auch links ein gutes Sehvermögen zu erreichen. Rechts hatte ich ein sehr scharfes Bild, allerdings immer noch mit der Einschränkung von Schleiern und Doppelbildern.

Der 5. Tag wurde wieder etwas schlechter, aber ich kam ganz gut über den Tag. Gerade abends wurde es schwierig etwas zu erkennen.

Tag 6 stand eine weitere Nachkontrolle an: Rechts 120%, Links 70 %. Allerdings deckten sich diese Werte mit meinem "gefühlten Seheindruck" noch nicht wirklich. Die Hornhaut sieht gut aus; keine Stippen mehr und eine saubere Zentrierung des modellierten Bereichs um die Pupille herum. Mein Anpasser war mehr als zufrieden mit dem Ergebnis und hätte diese Verbesserung angesichts meiner Ausgangswerte in dieser kurzen Zeit nicht erwartet.

Bis zu Tag 6 habe ich fast täglich noch zusätzlich Tageslinsen auf dem linken Auge getragen. Nachdem mir der Anpasser verschiedene Gläser vorgehalten hatte, welche ungefähr die Stärke meiner Kontaktlinsen entsprachen (-1,5 /-2), konnte er mit diesen Gläsern allerdings keine Verbesserung meiner Sehleistung im Vergleich zu den Ergebnissen ohne Linsen feststellen. Mein Seheindruck ist mit den Linsen allerdings (nach wie vor) deutlich besser!

Tag 7: Keine wirklich spürbare Veränderung zum Vortag. Sehschärfe scheint mir direkt nach dem Aufstehen noch nicht so gut, wie mehrere Stunden nach Herausnehmen der Linse. Das verwundert mich.

Tag 8: Erster Tag, an dem ich das Gefühl habe, auf die zusätzliche Weichlinse auf der linken Seite verzichten zu können. Gegen Abend immer noch Probleme. Auf Parties gehen tue ich noch nicht, angesichts meiner extremen Nachblindheit.

Heute ist Tag 9: Links brauche ich wieder eine Weichlinse und obwohl diese nur -1 Dpt. stark ist, verbessert sie mein Sehen erheblich. Habe eben nur zum Spaß eine -0,5 Dpt. Linse auf rechten Seite eingesetzt und auch hier wurde das Sehen angenehmer (nicht unbedingt schärfer).

Rechts sehe ich nach wie vor nicht richtig "sauber", sprich ich kann Buchstaben, Zahlen usw. zwar erkennen, diese wirken aber sehr verwaschen und unklar. LInks ist das besser, allerdings nur wenn ich zusätzlich noch Tageslinsen auf dem Auge habe.

Nach wie vor warte ich auf den Tag, an dem ich morgens die Linsen vom Auge nehme und keinen Unterschied mehr zwischen "Nachlinsen-auf-dem-Auge" und "Keine-Nachtlinsen -mehr-auf-dem-Auge" wahrnehmen kann. Sobald ich die Linsen aufs Auge setze habe ich nämlich den Seheindruck, wie ich ihn mit meiner Brille gewohnt war, ohne Schleier, Unschärfen oder Streulichter.

Nach 9 Tagen darf ich wohl noch nicht zu viel erwarten! Mich würde sehr interessieren, ob erfahrene Ortho-K Linsen-Träger noch einen Unterschied zwischen Linse-auf und Linse-ab merken. Das ist ja derzeit mein persönlicher Maßstab für gutes Sehen!

Haltet euch nicht zurück mit Feedback und TIps!!

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Re: Ortho-K Erfahrungsbericht

Beitragvon Fuzzy » 1. Nov 2012, 22:30

Kann leider nicht mit Tipps dienen aber Daumen hoch für dein Durchhaltevermögen!

Mir wäre das vermutlich mit der unsicheren Sicht zu unangenehm. Ich finde es wirklich faszinierend, wie gut das schon bei dir angeschlagen hat!

Weiterhin viel Erfolg!
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Re: Ortho-K Erfahrungsbericht

Beitragvon Stephan » 2. Nov 2012, 00:11

Hallo Matzethias,

Gratulation zu deinen bisherigen Erfolgen. Mich würde aber interessieren, wie du die erforderlichen Weichlinsenstärken ermittelst. Gehst du täglich zum Anpasser? Oder hast du ein ganzes Sortiment von Tageslinsen in allerlei Stärken daheim?
Ich glaube, für mich wäre das garnichts, denn ich könnte (oder wollte) nicht einen Tag auf mein gutes Sehvermögen verzichten.

Viele Grüße, Stephan
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Re: Ortho-K Erfahrungsbericht

Beitragvon Matzethias » 10. Nov 2012, 20:26

Hallo zusammen!

Ein weiteres Update nach nun fast 3 Wochen mit Ortho-K Linsen,

mein letzter Termin war vor 3 Tagen und mein Anpasser ist sehr zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen (angesichts der bisherigen Dauer). Links war ich bei immer noch ca. 60% ohne Linsen; mit -1,25 Dpt. dann doch immerhin bei ca. 80%/90%. Rechts bin ich nach wie vor bei 100 -120%.
Leider haben sich die Schlieren auf der rechten Seite bisher nur leicht verbessert. Am stärksten treten diese derzeit direkt nach dem Herausnehmen der Linse auf und werden im Tagesverlauf weniger. Rechts sind keine messbaren Stärken mehr vorhanden (!!!). Wenn dort das Problem mit den Schlieren noch gelöst werden kann, bin ich auf einem Auge schon am Ziel.
Links besteht ein Rest-Astigmatismus von -1,5Dpt. und eine noch unkorregierte Spähre von ca. -1,25 Dpt.. Das Bild ist aber, verglichen mit Rechts, "klar", also schlierenfrei.

Wenn ich zu Hause am PC arbeite oder bei Tageslicht Sport mache etc., komme ich ohne Linsen ganz gut zurecht. Wenn ich Seminare, Vorlesungen o.ä habe, abends feiern gehe oder andere Tätigkeiten mache, bei denen "besseres" Sehen gefordert ist, trage ich Links noch eine -1,25 Dpt. Tageslinse.

Vor dem Termin vergangenen Donnerstag dachte ich schon daran, den "Versuch Ortho-k bei -9 Dpt." abzubrechen, da ich die letzte Woche kaum noch eine Veränderung verspüren konnte. Mein Anpasser ermunterte mich jedoch, noch ein wenig Geduld zu haben. Seiner Aussage nach, hätte er eine so rasche Verbesserung nicht für Möglich gehalten. Tauschen will er die Linse im Moment noch nicht, da er schlechte Erfahrungen mit einem frühzeitigen Linsentausch gemacht habe. Falls er jedoch den Eindruck habe, dass die jetzigen Linsen zu keiner weiteren Verbesserung mehr führen können, würde er mir selbstverständlich auch neue Linsen bestellen.
Ob ihm nun wirklich daran liegt, dass ich mit dieser Linse glücklich werde, weiß ich nicht. Vielleicht bin ich für ihn auch nur ein Extremfall, den er unbedingt als Erfolg verbuchen möchte. Den Eindruck macht der sehr nette Herr auf mich jedoch eigentlich nicht

Mein linkes Auge ist normalerweise das Stärkere. Somit kann die jetzige "Unzufriedenheit" auch damit zusammenhängen, dass derzeit mein "schwächeres" rechtes Auge die Führungsrolle für meinen Seheindruck übernehmen muss.

Erster Schritt ist nun die Benutzung von einem sehr viskosen Benetzungsmittel zum Einsetzen der Linse, um die evtl. durch Trockenheit verursachten Schlieren beim rechten Auge zu verhindern.

Da ich soweit ganz gut klarkomme und die Freiheit ohne Brille sehr genieße, räume ich dem "Ortho-K-Versuch" noch einige Zeit ein.

Weitere Updates folgen!
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Re: Ortho-K Erfahrungsbericht

Beitragvon Matzethias » 10. Nov 2012, 20:33

Um auf die Frage mit den Weichlinsen noch zu antworten:

Mein Anpasser hat mir mehrere Riegel mit Tageslinsen in verschiedenen Stärken mitgegeben. Meisten habe ich schon im Gefühl, welche Linse ich an dem Tag brauchen werde. Und wenn nicht, vergleiche ich einfach zwei verschiedene Linsen und tue die Nicht-benutzte in eine Aufbewahrungslösung (sollte man bei Tageslinsen eigentlich nicht).
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Re: Ortho-K Erfahrungsbericht

Beitragvon Stephan » 10. Nov 2012, 22:17

Vielen Dank für diese Rückmeldung!

Das hört sich alles ganz toll an. Vertraue deinem Anpasser und halte weiter durch! Eigentlich schade, dass es diese Linsen früher noch nicht gab. Ich hätte es vielleicht auch erwogen. Jetzt, bei der bestehenden Altersweitsichtigkeit, ist es zu spät dafür, denn ich benötige immer eine Korrektur zum Lesen um derzeit +2 dpt.

Viele Grüße, Stephan
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Re: Ortho-K Erfahrungsbericht

Beitragvon Matzethias » 19. Nov 2012, 22:03

4 Wochen Ortho K

Seit vier Wochen laufe ich nun Brillen-frei mehr oder weniger gut sehend durch die Gegend. Der letzte Termin bei meinem Anpasser liegt drei Tage zurück und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass mit den Linsen in ihrer jetzigen Geometrie keine Verbesserung mehr erzielt werden kann.

Der Stand der Dinge sind:
Rechts: Linse sitzt schön zentriert, der zentrale Bereich ist noch nicht ideal modelliert, signifikanter Rest-Zylinder, sphärisch keine Fehlsichtigkeit mehr messbar, Sehleistung zw.100% und 120%, Tagsüber in Ordnung, jedoch bei Dämmerung Doppelbilder, Unschärfen und sehr deutliche Kontrasteinbußen

Links: Linse ebenfalls gut zentriert, Modellierung in Ordnung, Rest-Zylinder weniger als Rechts, jedoch zusätzlich ca. - 1,25 Dpt. spährische Fehlsichtigkeit, Sehleistung bei ca. 60% bei schlechteren Lichtverhältnissen eingeschränkte Kontraste, jedoch weniger Doppelbilder und Streulichter als Rechts

Ich gebe den neuen Linsen auf jeden Fall noch eine Chance. Falls diese nicht noch zu einer deutlichen Verbesserung führen können, müsste ich das Ortho K-Projekt leider Gottes aufgeben. Die Verträglichkeit ist sehr gut, habe ab und zu mal etwas trockene Augen bei langen PC-Arbeiten, aber das ist alles im Normbereich. Die Korrektur hält lange genug an, dass ich auch gegen Abend keine ernsthaften Einbußen bei der Sehschärfe feststellen kann.

Eine Verbesserung Erwarte ich Rechts eigentlich nur noch durch eine Reduktion der Doppelbilder und der "Schlieren" bzw ein wenig des Astigmatismus. Links hingegen möchte ich (als mein stärkeres Auge) doch mindestens 100% erreichen. Mit Linsen auf dem Auge schaffe ich mit beiden Augen die 120 % sehr einfach, die 140% sind auch fast noch machbar.

In knapp einer Woche gibts die neuen Linsen und dann auch wieder ein Update mit hoffentlich erfreulichen Ergebnissen.
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Re: Ortho-K Erfahrungsbericht

Beitragvon lieschenmüller » 20. Nov 2012, 17:45

Ich hab jetzt mal ne ganz blöde Frage. Gibt es diese Linsen eigentlich auch für Weitsichtige? Nicht für mich...aber ein Bekannter von mir hat seit einiger Zeit Probleme mit seinen Weichlinsen, traut sich aber auch nicht sich harte anpassen zu lassen....Weichei! :D
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Re: Ortho-K Erfahrungsbericht

Beitragvon Matzethias » 20. Nov 2012, 20:44

Gibt mit Sicherheit Leute hier im Forum die sich da sehr viel besser auskennen als ich. Da ich aber schon einiges über Ortho-K gelesen habe, weiß ich, dass eine Korrektur von Weitsichtigkeiten möglich ist. Allerdings nur geringe Fehlsichtigkeiten.
Finde das auch logisch, wenn man bedenkt, dass bei Kurzsichtigen die Hornhaut lediglich abgeflacht werden muss. Bei Weitsichtigkeiten müsste die Hornhaut im zentralen Bereich dann ja theoretisch steiler modelliert werden. Stelle ich mir schwierig vor. Falls ich hier Schwachsinn erzähle, korrigiert mich, wenn ihr es besser wisst!

Ja harte Linsen wären für mich auch die Alternative, falls mein Ortho-K Versuch scheitern sollte.
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Re: Ortho-K Erfahrungsbericht

Beitragvon curly86 » 25. Nov 2012, 22:18

Hallöchen!

Ich habe jetzt seit 4 Tagen OrthoK-Linsen und hatte eine Ausgangslage von -4,5 und -4,75 und habe heute schon ohne irgendwelche ausgleichenden Tageslinsen sehen können:) Ich denke, wenn alle Vorraussetzungen stimmen, ist es die beste Alternative zu Brille und normalen Kontaktlinsen.

Gruß
curly86
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